Sportverein Ebersbach 1910 e. V.

scssveSC Stammheim - SV Ebersbach 3:4 (1:0)

Als hätte Alfred Hitchcock Regie geführt beim 4:3 Auswärtssieg des Landesligsten SV Ebersbach beim SC Stammheim. Sage und Schreibe vier Tore fielen in den letzten fünf Spielminuten.

Der Gastgeber versteckte sich keinesfalls, so dass den 100 Zuschauern ein offener Schlagabtausch geboten wurde. Nach einer Viertelstunde bekam der Spitzenreiter das Spiel immer mehr in den Griff, ohne gefährlich zu werden. Zwar konnte man sich bis zum Strafraum durchkombinieren, aber der letzte Ball kam nicht an. Aus heiterem Himmel ging der Gastgeber in der 37. Minute völlig überraschend in Führung, als sie das erste mal den Strafraum betraten. Schwalb kam am Fünfmeterraum an den Ball und wuchtete diesen aus spitzem Winkel zur 1:0 Führung in die Maschen. Der Kepper des Gastgebers musste sich in der 41. Minute das erste mal strecken, als er einen abgefälschten 20 Meter Schuß von Franco Petruso mit Mühe zur Ecke lenken konnte. Der anschließende Eckbal flog an Freund und Feind vorbei, bis ein Abwehrspieler das Spielgerät von der Torlinie schlagen konnte.
Die 2. Halbzeit begann zerfahren, keine der beiden Mannschaften bekam Zugriff auf das Spiel. Die Gäste waren es, die als erstes wieder den Faden fanden und wurde dafür belohnt. Daniel Schmid setzte im Straufraum zu einem schönen Slalomlauf an, doch sein Abschluß konnte abgeblockt werden. Der fällige Eckball fiel Chris Baumgartner vor die Füße, der aus zwei Metern zum 1:1 Ausgleich abstaubte (56.). Dieser Treffer gab den Gästen einen Schub, den sie in der 64. Minute nutzten um in Führung zu gehen. Jannik Froschauer nahm einen hohen Ball technisch stark mit an seinem Gegenspieler vorbei und drosch die Kugel aus 13 Metern humorlos zur 2:1 Führung in die Maschen. Der Gastgeber benötigte einige Minuten um den Schock zu verdauen, doch ab der 75. Minute drückten sie wieder aufs Gaspedal, doch die bis dahin sattelfeste Defesnsive um den starken Kapitän Lars Grünenwald stand kompakt. Daraus entwickelten sich gute Konterchancen, doch Simon Prinz vergab zweimal. In der 88. Minute wurde die bis dahin gute zweite Halbzeit mit dem 3:1 gekrönt. Daniel Schmidt schloß einen schulmäßigen Angriff mit seinem Treffer zum 3:1 aus kurzer Distanz zur vermeinlichen Vorentscheidung ab. Im Mute der Verzweiflung schmiss der Gastgeber alles nach vorne und bekam in der 90. Minute einen Eckball zugesprochen. Der zunächst abgewehrte Ball fiel Kassaye vor die Füße der das Leder zum 2:3 Anschlusstreffer im Tor unterbrachte. Das unfassbare passierte in der zweiten Minute der Nachspielzeit, als Schwalb eine Freistoßflanke zum 3:3 einköpfte. Wer dachte das wäre das Ende gewesen der sah sich getäuscht, denn der Gast antwortete im Stile eines Spitzenreiters und setzten in einer unglaublichen Schlußphase den Schlußpunkt. Franco Petruso konnte sich am Flügel durchsetzen und auf Simon Prinz flanken, dessen Kopfball fiel dem kurz zuvor eingewechsleten Moritz Waggershauser vor die Füße, der aus sechs Metern zum vielumjubelten 4:3 traf (90.+3). Der Unparteiische pfiff die Partie gar nicht mehr an, was zu unbeschreiblichen Jubelszenen der Gäste führte. Somit konnte der Vorsprung auf den Tabellen Dritten auf vier Punkte ausgebaut werden.

So spielten sie: Quiceno Mainka - Kanarya, Grünenwald, Mader (52. Maglio), Breit - Yilmaz (79. Magno), Baumgartner - Schmidt, Petruso, Uluköyli (55. Prinz) - Froschauer (89. Waggershauser)

 

Foto: Jana Härtel